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Energieausweis

Unter Energieausweis ist eine computerunterstützte Simulation zu verstehen, welche als Hauptinformation Daten zu energetischen Verbrauchswerten eines Gebäudes liefert. Im Wesentlichen ist dies der sogenannte HWB Heizwärmebedarf, der HEB Heizenergiebedarf (HEB berücksichtigt auch die Warmwasserbereitstellung), sowie bei größeren oder gewerblichen Objekten der Strombedarf für die Beleuchtungstechnik.

Entgegen der physikalischen Messung bei der Gebäudethermografie wird bei der Erstellung des Energieausweises von Plan- sowie von Tabellendaten ausgegangen. Grundlage für die Simulation stellt die Erfassung der kompletten wärmedämmenden Gebäudehülle, einschließlich sämtlicher zugehöriger Bauteilschichten sowie der entsprechenden Türen und Fenster dar. Soweit nun die für die Erfassung erforderlichen Plandaten unstimmig bzw. nicht vorhanden sind werden diese vor Ort erhoben. Die physikalischen Kenngrößen von einzelnen Bauteilschichten werden den einschlägigen Tabellen entnommen. Im Fall von nicht vorhandenen Daten zur Bauweise bzw. zu den Bauteilen werden die vorgegebenen bauphysikalischen Werte
einer für solche Fälle anzuwendenden Richtlinie entnommen.

Die Vorteile einer solchen EDV-Simulation im Vergleich zu Thermogrammen sind unübersehbar. Energetische Auswirkungen von geplanten Änderungen an der Gebäudehülle können im Voraus quantifiziert werden. Und die Simulation kann stets dem veränderten Gebäudestatus angepasst werden, und behält somit ihre Aktualität.
Nachteile im Vergleich zu Thermogrammen sind die Nichterkennung von thermischen Fehlstellen, bzw. lokale Abweichungen von den verwendeten Tabellenwerten.

Für all jene Objekte bei denen ausschließlich Interesse an einer Kontrolle des Bestands besteht, jedoch zunächst keine Änderungen oder Renovierungen geplant sind, kann gegebenenfalls eine thermografische Untersuchung empfohlen werden.
Siehe hierzu auch die Erläuterungen unter Thermografie.

Und für alle Objekte bei denen Renovierungsarbeiten oder sonstige Änderungen an der wärmedämmenden Hülle geplant sind, wird aus vorgenannten Gründen eine begleitende Energiesimulation in Form eines stets anpassbaren Energieausweises empfohlen.
In diesem Zusammenhang wäre noch anzumerken, dass der Energieausweis bei nahezu sämtlichen Maßnahmen, die eine wesentliche Veränderung der baulichen Substanz darstellen, den Baubehörden verpflichtend vorzulegen ist.
Desweiteren beim Ansuchen um Förderungsgelder, sowie bei Vermietung, Verpachtung oder Verkauf von Objekten.